Torballregeln
(gültig ab 1. Januar 2002)
Inhalt
| 0. |
ALLGEMEINES |
| 0.1. |
Kurzbeschreibung des Spieles |
| 0.2. |
Geltungsbereich |
| 0.3. |
Entscheidungsfindung |
| |
|
| 1. |
SPIELFELD, AUSSTATTUNG FÜR DAS SPIEL UND DIE
SPIELER |
| 1.1. |
Spielfeld |
| 1.1.1. |
Abmessungen |
| 1.1.2. |
Mannschaftsraum |
| 1.1.3. |
Neutrale Zone |
| 1.1.4. |
Betreuerzone |
| 1.1.5. |
Zuschauerraum |
| 1.2. |
Ausrüstung für das Spiel |
| 1.2.1. |
Ball |
| 1.2.2. |
Leinen und Glöckchen |
| 1.2.3. |
Orientierungsmatten |
| 1.2.4. |
Tore |
| 1.2.5. |
Spielleitertisch |
| 1.3. |
Ausrüstung der Spieler |
| 1.3.1. |
Bekleidung |
| 1.3.2. |
Schutzpolsterung |
| 1.3.3. |
Eye-Pads; lichtundurchlässige Brille |
| 1.3.4. |
Verbot von Sehhilfen und künstlichen Gliedern |
| 1.3.5. |
Spezielle Schutzkleidung |
| 1.4. |
Überprüfung der Ausrüstung |
| |
|
| 2. |
KLASSIFIKATION, QUALIFIKATION |
| 2.1. |
Klassifikation und Einteilung |
| 2.1.1. |
Klassifizierung der Spielerinnen und Spieler |
| 2.1.2. |
Einteilung |
| 2.2. |
Qualifikation |
| |
|
| 3. |
SPIELLEITER, AUFGABEN DER SPIELLEITER |
| 3.1. |
Spielleiter |
| 3.1.1. |
Anzahl der Spielleiter |
| 3.1.2. |
Position der Spielleiter |
| 3.2. |
Aufgaben der Spielleiter |
| 3.2.1. |
Schiedsrichter |
| 3.2.2. |
Torrichter |
| 3.2.3. |
Protokollführer |
| 3.2.4. |
Zeitnehmer |
| |
|
| 4. |
MANNSCHAFT, AUSWECHSLUNG, TRAINERHINWEISE, AUSZEIT |
| 4.1. |
Mannschaft |
| 4.1.1. |
Anzahl von Spielern |
| 4.1.2. |
Mindestanzahl von Spielern |
| 4.1.3. |
Mannschaftsangehörige |
| 4.2. |
Auswechslung |
| 4.2.1. |
Anzahl von Auswechslungen |
| 4.2.2. |
Beantragung und Genehmigung einer Auswechslung |
| 4.2.3. |
Auswechslungen in der Halbzeitpause |
| 4.2.4. |
Verletzungen, Auswechslung bei Verletzungen |
| 4.2.5. |
Hilfestellung bei Auswechslungen |
| 4.3. |
Trainerhinweise |
| 4.4. |
Auszeit |
| 4.4.1. |
Mannschaftsauszeit |
| 4.4.2. |
Schiedsrichterauszeit |
| 4.4.3. |
Ball zum Schiedsrichter |
| |
|
| 5. |
DURCHFÜHRUNG DES SPIELES |
| 5.1. |
Spielzeit, Zeitstop, Pause |
| 5.1.1. |
Spielzeit |
| 5.1.2. |
Reine Spielzeit, Zeitstop |
| 5.1.3. |
Unterbrechung eines Spieles |
| 5.1.4. |
Halbzeitpause |
| 5.2. |
Auslosung; Bekanntgabe der Mannschaftsangehörigen |
| 5.2.1. |
Wahl des Anwurfes und der Spielfeldseite |
| 5.2.2. |
Bekanntgabe der Mannschaftsangehörigen |
| 5.2.3. |
Versäumnis der Auslosung |
| 5.3. |
Das Angriffsspiel |
| 5.3.1. |
Werfen |
| 5.3.2. |
Berechtigte Spieler |
| 5.3.3. |
Vierter Wurf |
| 5.3.4. |
Übertreten |
| 5.3.5. |
Berühren der Leinen |
| 5.3.6. |
Ruhender Ball |
| 5.3.7. |
Wurf vor Freigabe des Spieles |
| 5.4. |
Das Verteidigungsspiel |
| 5.4.1. |
Berechtigte Spieler |
| 5.4.2. |
Position der Spieler |
| 5.4.3. |
Körperhaltung |
| 5.4.4. |
Regelwidrige Verteidigung |
| 5.4.5. |
Ruhender Ball |
| 5.4.6. |
Ball durch |
| 5.4.7. |
Aus-Ball |
| 5.5. |
Zuspiel innerhalb der Mannschaft |
| 5.5.1. |
Zuspiel des Balles |
| 5.5.2. |
Fehlerhaftes Zuspiel |
| 5.5.3. |
Direktes Übergeben des Balles |
| 5.5.4. |
Verständigung unter den Spielern |
| 5.6. |
8-Sekundenregel |
| 5.7. |
Vorteilsregel |
| 5.8. |
Definitionen |
| 5.8.1. |
Ball über die Linie |
| 5.8.2. |
Tor, Eigentor |
| 5.8.3. |
Aus-Ball |
| 5.8.4. |
Ruhender Ball |
| |
|
| 6. |
REGELVERSTÖßE |
| 6.1. |
Ballverlust |
| 6.2. |
Strafwurf |
| 6.2.1. |
Zeitstop |
| 6.2.2. |
Beginn und Ende der Strafwurfsituation |
| 6.2.3. |
Strafwurf nach Beendigung der Spielzeit |
| 6.2.4. |
Ausführung des Wurfes |
| 6.2.5. |
Betroffener Spieler und Abwehr |
| 6.2.6. |
Verbot von Spielerwechsel und
Mannschaftsauszeit |
| 6.2.7. |
Gründe für Strafwürfe |
| 6.3. |
Penalty |
| 6.3.1. |
Zeitstop |
| 6.3.2. |
Beginn und Ende der Penalty-Situation |
| 6.3.3. |
Penalty nach Beendigung der Spielzeit |
| 6.3.4. |
Ausführung des Wurfes |
| 6.3.5. |
Ausführung der Verteidigung |
| 6.3.6. |
Verbot von Spielerwechsel und
Mannschaftsauszeit |
| 6.3.7. |
Gründe für Penalties |
| 6.4. |
Unsportliches Verhalten |
| 6.4.1. |
Betroffene Personen |
| 6.4.2. |
Arten von unsportlichen Verhaltens |
| 6.4.3. |
Sanktionen |
| |
|
| 7. |
VERLÄNGERUNG, FREIWÜRFE |
| 7.1. |
Verlängerung eines Spieles |
| 7.1.1. |
Gründe |
| 7.1.2. |
Fortsetzung des Spieles |
| 7.1.3. |
Auszeit; Auswechslungen |
| 7.1.4. |
Spielzeit, "Golden Goal" |
| 7.2. |
Freiwürfe |
| 7.2.1. |
Gründe |
| 7.2.2. |
Bekanntgabe der Spieler |
| 7.2.3. |
Wahl des Anwurfes und der Spielfeldseiten |
| 7.2.4. |
Anzahl von Würfen |
| 7.2.5. |
Ausführung der Würfe |
| 7.2.6. |
Ermittlung eines Siegers |
| |
|
| 8. |
AUSTRAGUNG VON TURNIEREN |
| 8.1. |
Teilnahme |
| 8.2. |
Setzen der Mannschaften |
| 8.3. |
Einteilung in Gruppen, Vorrundenspiele |
| 8.3.1. |
Eine Gruppe |
| 8.3.2. |
Zwei oder mehr Gruppen |
| 8.3.3. |
Platzierung innerhalb der Gruppe |
| 8.4. |
Zweite Punkterunde und Platzierungsspiele |
| 8.4.1. |
Zweite Punkterunde |
| 8.4.2. |
Platzierungsspiele |
| 8.5. |
Finalrunde |
| 8.5.1. |
Semifinale |
| 8.5.2. |
Finale |
| 8.6. |
Ermittlung der Platzierung |
| 8.6.1. |
Punkte |
| 8.6.2. |
Tordifferenz |
| 8.6.3. |
Torverhältnis |
| 8.6.4. |
Direkte Begegnung |
| 8.6.5. |
Freiwürfe |
| 8.7. |
Versäumnis eines Spieles |
| 8.8. |
Vorzeitige Beendigung eines Spieles; Ausscheiden
aus einem Turnier |
| 8.9. |
Ermittlung der besten offensiven und defensiven
Mannschaft |
| 8.9.1. |
Offensive Mannschaft |
| 8.9.2. |
Defensive Mannschaft |
| 8.10. |
Anzahl von Spielen |
| 8.11. |
Protestkomitee |
| |
|
| ANHANG I |
Technische Details (Skizzen) |
| ANHANG II |
Schiedsrichteransagen |
| |
1. Ansagen betreffend das Angriffsspiel |
| |
2. Ansagen betreffend das
Verteidigungsspiel |
| |
3. Weitere Ansagen |
| ANHANG
III |
Spielprotokoll |
| ANHANG IV |
Abwicklung eines Protestes; |
| |
1. Allgemeine Bestimmung |
| |
2. Zusammensetzung des
Protestkomitees |
| |
3. Protestgebühr |
| |
4. Anmeldung eines Protestes |
| |
5. Aufgaben des Protokollführers |
| |
6. Protestausfertigung |
| |
7. Einberufung des Protestkomitees |
| |
8. Entscheidungsfindung |
| |
9. Beschluss |
| ANHANG V |
Teil I : Erläuterungen |
| |
Teil II:
Fallbeispiele |
TORBALLREGLEMENT
(gültig ab 1. Januar 2002)
0. ALLGEMEINES
0.1.
Kurzbeschreibung des Spieles
Torball ist ein Ballspiel für blinde und
sehbehinderte Männer und Frauen. Jede
Mannschaft besteht aus drei Spielern. Das
Spiel wird in Sporthallen gespielt.
Auf jeder Schmalseite eines rechteckigen
Spielfeldes wird ein Tor errichtet.
Der zum Einsatz kommende Ball muss hörbar
werden, wenn er bewegt wird. Für einen
regelgerechten Wurf muss der Ball
unter den drei über das Spielfeld gespannten
Leinen hindurchgeworfen werden.
Ziel des Spieles ist es, den Ball so zu
werfen, dass er in das gegnerische
Tor gelangt, während die andere Mannschaft dies zu
verhindern sucht. Im nächsten Spielzug
übernimmt die verteidigende
Mannschaft das Angriffsspiel und die
vorherigen Angreifer verteidigen ihr Tor.
0.2.
Geltungsbereich:
Dieses Reglement gilt für alle der IBSA
angeschlossenen Verbände. Es besteht
aus Regelwerk plus fünf Anhängen:
Anhang I - Technische Details (Skizzen);
Anhang II - Schiedsrichteransagen;
Anhang III - Spielprotokoll;
Anhang IV - Abwicklung eines Protestes;
Anhang V - Erläuterungen; Fallbeispiele.
0.3.
Entscheidungsfindung:
Im Falle von unterschiedlichen
Auslegungen der Regeln gilt die
englische Version als authentisch.
Sollte es für ein bestimmtes Ereignis
keine genaue, gültige Regelung geben,
gilt eine entsprechende Regelung, die dieser
Situation am nächsten kommt.
Das Subkomitee Torball sammelt
Fallbeispiele und deren regelgerechte Behandlung und gibt Erläuterungen
zu einzelnen Bestimmungen, die im
Anhang V aufgelistet werden.
1. SPIELFELD,
AUSSTATTUNG FÜR DAS SPIEL UND DIE SPIELER
1.1. Spielfeld
1.1.1.
Abmessungen:
Das Spielfeld ist ein Rechteck, 16 m lang
und 7 m breit. Die Begrenzungslinien
müssen 4 bis 6 cm breit sein. Messungen
müssen von den äußeren Kanten der Linien
vorgenommen werden.
Das Spielfeld wird durch eine Mittellinie
in zwei Hälften von je 8 mal 7 m
geteilt (siehe Skizze in Anhang I).
1.1.2.
Mannschaftsraum:
Der Mannschaftsraum erstreckt sich von
der Torlinie bis zur ersten Leine. Er
ist 7 m breit und 6 m tief.
1.1.3.
Neutrale Zone:
Die neutrale Zone ist die verbleibende
Fläche des Spielfeldes zwischen den
beiden Mannschaftsräumen. Sie ist 4 m tief und
durch die Mittellinie in zwei Hälften von je
2 mal 7 m unterteilt.
1.1.4.
Betreuerzone:
Zwei Betreuerzonen sind nahe der
Mittellinie und auf der dem
Schiedsrichter gegenüberliegenden Spielfeldseite zu markieren.
Jede Betreuerzone ist 4 m breit und 3 m tief und hat einen
Abstand von 2 bis 4 m zum Spielfeldrand.
Jede Betreuerzone ist mit sechs Sitzgelegenheiten auszustatten
(Betreuerbank).
1.1.5.
Zuschauerraum:
Der Veranstalter hat für einen
Zuschauerraum zu sorgen. Dieser
Bereich muss mindestens 2 m vom Spielfeldrand und den
Betreuerzonen entfernt sein.
Der Schiedsrichter hat darauf zu achten,
dass sich Zuschauer nicht zu nahe am
Spielfeld, bei den Toren oder den
Betreuerzonen aufhalten.
1.2. Ausrüstung für
das Spiel
1.2.1. Ball:
Der Ball besteht aus einem
Kunststoffmaterial und man muss ihn
hören können, wenn er bewegt wird.
Zu Beginn eines Turniers hat der Ball ein
Gewicht von 500 g (plus/minus 10 g)
und einen Umfang von 65 bis 67 cm
aufzuweisen.
Die Entscheidung, ob ein bestimmter Typ
eines Balles für das Spiel zugelassen
wird, liegt beim Subkomitee Torball.
1.2.2. Leinen
und Glöckchen:
Über das Spielfeld sind drei Leinen zu
spannen, die Mittelleine direkt über der Mittellinie und die anderen
zwei Leinen 2 m links und rechts von
der Mittelleine.
Der Abstand der Leinen vom Hallenboden
muss in der Mitte 40 cm betragen mit
einer tolerierten Abweichung von bis zu 2 cm an
den Rändern des Spielfeldes.
Im Abstand einer Ballbreite von der
Seitenlinie außerhalb des Spielfeldes
müssen Glöckchen an jeder der drei Leinen auf
beiden Spielfeldseiten so befestigt werden,
dass Bewegungen einer Leine
verursacht durch den Ball oder durch einen Spieler
hörbar werden.
Ständer, an denen die Leinen befestigt
werden, sind mindestens eine
Ballbreite außerhalb des Spielfeldes aufzustellen.
Technische Details zu Leinen und Ständern
siehe Anhang I.
1.2.3.
Orientierungsmatten:
Die Orientierungsmatten sind 2 m lang, 1
m breit und dürfen nicht dicker als 1
cm sein.
In jedem Mannschaftsraum sind drei
Orientierungsmatten so aufzulegen,
dass ihre längeren Seiten parallel zur Torlinie
verlaufen. Die Mittelmatte ist im gleichen
Abstand zu den Seitenlinien und 20 cm
vor der Torlinie zu platzieren. Die
beiden Seitenmatten sind so aufzulegen, dass ihre rückwärtigen
Kanten mit der vorderen Kante der
Mittelmatte eine Linie bilden (1,20 m
vor der Torlinie). Die Schmalseite der Seitenmatten
muss in einer Linie mit der Außenkante der
Seitenlinie liegen (siehe Skizze
Anhang I).
Alle Matten müssen so befestigt werden,
dass sie nicht verrutschen können.
1.2.4. Tore:
Das Tor ist 7 m breit, 1,30 m hoch
(Unterkante der Querlatte, plus/minus
2 cm an den Rändern) und muss in jeder Höhe eine
Tiefe von mindestens 25 cm aufweisen (siehe
Skizze Anhang I).
Die Tore nehmen die gesamte Breite des
Spielfeldes ein (Grundlinie ist
gleich Torlinie). Die Farbe der Torlinie muss
einen deutlichen Kontrast zum Hallenboden
bilden.
Die Torpfosten dürfen nicht mehr als 10
cm in der Diagonale messen und müssen
außerhalb des Spielfeldes so errichtet
werden, dass sie die Seitenlinie und die
äußere Kante der Torlinie berühren.
Alle Teile der Tore (Pfosten, Querlatte,
Stützen etc.) müssen auf so eine Art
konstruiert sein, dass für die Spieler keine
Gefahr einer Verletzung besteht.
1.2.5.
Spielleitertisch:
Ein Spielleitertisch für mindestens drei
Personen ist auf der Höhe der
Mittellinie im Abstand von 1 m zum Spielfeld
aufzustellen.
1.3. Ausrüstung der
Spieler
1.3.1.
Bekleidung:
Die Kleidung soll einen losen Sitz haben
und darf vom Körper nicht weiter als
10 cm einschließlich Schutzpolsterung
abstehen.
Alle Spieler einer Mannschaft müssen ein
einheitliches Trikot mit einer für
jeden Spieler individuellen, einstelligen
arabischen Ziffer auf Vorder- und Rückseite
tragen. Die Nummern müssen für die
Spielleiter deutlich zu sehen und
leicht zu erkennen sein.
Ein Spieler einer jeden Mannschaft muss
als Kapitän gekennzeichnet sein.
1.3.2.
Schutzpolsterung:
Schutzpolsterung ist bis zu einer
maximalen Dicke von 5 cm erlaubt
(siehe auch Regel 1.3.6.).
1.3.3.
Eye-Pads; lichtundurchlässige Brille:
1.3.3.1. Alle Spieler auf dem Spielfeld
müssen beide Augen mit Eye-Pads
verklebt haben und zusätzlich eine lichtundurchlässige Brille tragen.
Eye-Pads und Brille sind so
festzumachen, dass der Spieler nichts sehen kann; sein
tatsächliches Sehvermögen ist dabei nicht in
Betracht zu ziehen.
1.3.3.2. Kurz vor Spielbeginn (bzw.
Halbzeit oder Verlängerung) prüft der
Schiedsrichter, ob alle Spieler ihre Eye-Pads und
Brille korrekt tragen. Nach dieser Prüfung
darf in Hinsicht auf Eye-Pads und
Brille bis zum Ende einer Halbzeit nichts
mehr ohne Erlaubnis des Schiedsrichters
verändert werden (siehe Regel
1.3.3.5. und 1.3.3.6.).
1.3.3.3. Sollte der Schiedsrichter
vermuten, ein Spieler könne trotz
Tragens von Eye-Pads und Brille etwas sehen, so kann er
geeignete Maßnahmen ergreifen, dies zu
berichtigen.
1.3.3.4. Ersatzspieler haben Eye-Pads und
lichtundurchlässige Brille von dem
Zeitpunkt der Auswechslung an ordnungsgemäß zu
tragen. Beim Verlassen der Betreuerzone
müssen sie zur Prüfung durch den
Schiedsrichter bereit sein. Eine
Zuwiderhandlung wird mit Strafwurf gegen den
Ersatzspieler geahndet.
1.3.3.5. Wenn ein Spieler seine Eye-Pads
oder Brille berichtigen möchte, hat
er dies dem Schiedsrichter anzuzeigen. Nach
erteilter Erlaubnis hat sich der Spieler mit
seinem Rücken zum Spielfeld zu
drehen, bevor er seine Eye-Pads oder Brille
berichtigt.
Ein Spieler, der das Spielfeld wegen einer
Strafwurfsituation verlassen muss,
darf seine Eye-Pads oder Brille weder berühren
noch berichtigen, ohne den Schiedsrichter
darüber zu unterrichten.
Ein Regelverstoß wird mit einem Strafwurf
geahndet.
1.3.3.6. Wenn ein Schiedsrichter
feststellt, dass ein Spieler seine
Eye-Pads oder Brille nicht korrekt trägt, hat er das Spiel zu
unterbrechen und den Spieler anzuweisen,
diese zu berichtigen. Sollte ein
Spieler wegen unsportlichen Verhaltens verdächtigt
werden, hat der Schiedsrichter gemäß Regel
6.4. zu verfahren.
1.3.3.7. Der Veranstalter ist
verpflichtet, bei Bedarf für den
Austausch von Eye-Pads und Brillen Vorsorge zu treffen.
1.3.4. Verbot
von Sehhilfen und künstlichen Gliedern:
Das Tragen von optischen Brillen,
Kontaktlinsen sowie von künstlichen
Gliedern ist während des Spieles nicht erlaubt.
1.3.5.
Spezielle Schutzkleidung:
Der Oberschiedsrichter muss über jede
spezielle Schutzkleidung bei der
Mannschaftsführerbesprechung informiert werden. In
begründeten Fällen kann er diese genehmigen.
1.4. Überprüfung
der Ausrüstung
Vor dem Turnier kann der
Mannschaftsführer den Oberschiedsrichter ersuchen, die Ausrüstung seiner
Spieler oder die Ausrüstung für das
Spiel (wie Spielfeld, Tore, Ball etc.)
zu prüfen. Wenn das Begehren berechtigt ist,
hat der Oberschiedsrichter dem
nachzugehen und eine bindende
Entscheidung zu treffen.
Wird ein Antrag auf Überprüfung von
Ausrüstungen nach Beginn eines
Turniers gestellt, gilt dies als Protest und die
Protestgebühr ist zu entrichten.
2. KLASSIFIKATION,
QUALIFIKATION
2.1. Klassifikation
und Einteilung
2.1.1.
Klassifizierung der Spieler:
Spieler sind spielberechtigt, die gemäß
IBSA-Klassifikation als blind oder
sehbehindert gelten.
2.1.2.
Einteilung:
Turniere werden in zwei Klassen
ausgetragen: Männer und Frauen.
2.2. Qualifikation:
Vor einem Turnier hat jeder Spieler den
Nachweis zu erbringen über:
a) den Grad der Sehbehinderung gemäß der
IBSA-Klassifizierung (B1, B2, B3);
b) die Spielberechtigung in der
Nationalmannschaft eines bestimmten
Landes (gemäß den Bestimmungen der IBSA) oder bei
Vereinsbewerben die Spielberechtigung in der
Mannschaft eines bestimmten Vereines
(gemäß den Bestimmungen für die Teilnahme
am Welt- oder Regionalcup).
Wenn einer dieser Nachweise nicht
erbracht werden kann, besitzt der
Spieler keine Teilnahmeberechtigung.
3. SPIELLEITER,
AUFGABEN DER SPIELLEITER
3.1. Spielleiter
3.1.1. Anzahl
der Spielleiter:
Zu jedem Spiel gehören ein
Schiedsrichter, vier Torrichter,
zumindest ein Protokollführer und ein Zeitnehmer.
3.1.2.
Position der Spielleiter:
a) Der Schiedsrichter hat sich entlang
der Linie gegenüber dem
Spielleitertisch aufzuhalten;
b) die Torrichter haben an den Ecken des
Spielfeldes in Verlängerung der
Torlinie Aufstellung zu nehmen;
c) der Protokollführer und Zeitnehmer
sitzen beim Spielleitertisch.
3.2. Aufgaben der
Spielleiter
3.2.1.
Schiedsrichter:
Der Schiedsrichter überwacht das gesamte
Spiel und hat darauf zu achten, dass
alle Regeln eingehalten werden.
Im Falle einer Unterbrechung des Spieles
hat der Schiedsrichter die
Unterbrechung zu erläutern und hierfür grundsätzlich die
mündlichen Ansagen gemäß Anhang II zu
verwenden.
Ansagen sind immer deutlich und laut zu
sprechen, damit sie von allen
Teilnehmern, insbesondere von den Spielern und den
Mannschaftsangehörigen gehört werden können.
Der Schiedsrichter hat insbesondere
folgende Aufgaben:
a) die Ausstattung des Spieles und der
Spieler auf Zulässigkeit zu prüfen;
b) darauf zu achten, dass sich keine
unbefugte Person in der Nähe des
Spielfeldes, der Tore oder der Betreuerzonen aufhält;
c) den korrekten Sitz der Eye-Pads und
der lichtundurchlässigen Brille bei
jedem Spieler auf dem Spielfeld zu kontrollieren
und dies während des gesamten Spieles zu
überwachen;
d) die Mannschaften vor Spielbeginn
anzusagen und welche der Mannschaft
Anwurf hat;
e) vor Spielbeginn hat er alle Anwesenden
zu informieren, ruhig zu sein und
dies bei Bedarf zu wiederholen. Er hat dies in
einer den Zuschauern verständlichen Sprache
zu tun.
f) im Fall von störenden Geräuschen oder
Lärm hat er das Spiel sofort zu
unterbrechen und wieder für Ruhe zu sorgen. Beifall
und Anfeuerungsrufe sind bei
Spielunterbrechungen zuzulassen;
g) er hat das Angriffs- und
Verteidigungsspiel sowie das Zuspiel
des Balles innerhalb der Mannschaft in Bezug auf ihre
regelgerechte Ausführung hin zu überwachen;
h) er zeigt den Beginn jeder Halbzeit mit
dem Ruf "fertig" an, pfeift drei mal
und rollt den Ball nach dem dritten Pfiff dem
nächsten Spieler jener Mannschaft zu, die
Anwurf hat;
i) er entscheidet, ob ein Tor erzielt
wurde, und zeigt dies durch zwei
Pfiffe an;
j) er hat jede andere Spielunterbrechung
(außer bei einem erzielten Tor oder
bei Ende einer Halbzeit) mit einem
einzelnen Pfiff anzuzeigen und den Grund der Unterbrechung zu
erläutern; der Fortgang des Spieles wird
wiederum mit einem einzelnen Pfiff
angezeigt;
k) er hat jede Halbzeit mit drei Pfiffen
zu beenden. Das Ende der reinen
Spielzeit wird vom Zeitnehmer durch ein deutlich
hörbares Signal angezeigt;
l) er hat nach Beendigung des Spieles das
offizielle Spielprotokoll zu prüfen
und zu unterzeichnen;
m) in allen Angelegenheiten während eines
Spieles trifft der Schiedsrichter die
endgültige Entscheidung.
3.2.2.
Torrichter:
Der Torrichter unterstützt den
Schiedsrichter bei der Beobachtung
des Angriffs- und Verteidigungsspieles und hat ihn
Regelverstöße anzuzeigen.
Der Torrichter hat insbesondere folgende
Aufgaben:
a) Er zeigt dem Schiedsrichter durch
Heben einer Hand an, wenn der Ball
die Torlinie mit vollem Umfang überschritten hat;
b) er zeigt dem Schiedsrichter an, wenn
ein Ball ins Aus gerät oder wenn er
außerhalb des Spielfeldes aufgesetzt wird;
c) er hat den Ball zuzuspielen:
- dem nächsten Spieler der verteidigenden Mannschaft, wenn der
Ball als direkte Folge einer Abwehraktion
vor der Mittellinie ins Aus gerät
oder der Schiedsrichter den Ball zu einem
"ruhenden Ball" erklärt;
- einem Torrichter der gegnerischen Mannschaft, wenn der Ball
beim Zuspiel innerhalb der Mannschaft oder
beim Angriffsspiel ins Aus gerät;
d) auf Weisung des Schiedsrichters hat er
Spielern bei der Orientierung zu
helfen, insbesondere nach Strafwurfsituationen;
e) er begleitet bei Auswechslungen die
Spieler vom Spielfeld zur
Betreuerzone bzw. umgekehrt.
3.2.3.
Protokollführer:
Der Protokollführer hat insbesondere
folgende Aufgaben:
a) Vor Spielbeginn hat er alle im
Spielprotokoll eingetragenen Turnier-
und Spielerdaten zu prüfen und diese zu ergänzen;
b) er hat die von jeder Mannschaft
erzielten Tore aufzuzeichnen und den
laufenden Spielstand anzuzeigen;
c) er hat von jeder Mannschaft die
Auszeiten und die Anzahl der
Auswechslungen zu notieren. Dem Schiedsrichter ist eine
Regelverletzung sofort bekanntzugeben;
d) er hat jeden Wurf der Spieler zu
protokollieren und dem Schiedsrichter
den Vierten oder jeden weiteren aufeinanderfolgenden Wurf ein und
desselben Spielers sofort mit dem Ruf
"vierter Wurf" anzuzeigen;
e) er hat die Strafwürfe einer jeden
Mannschaft zu protokollieren und dem
Schiedsrichter jeden dritten Strafwurf einer Mannschaft
sofort mit dem Ruf "dritter Strafwurf"
anzuzeigen;
f) nach dem Spielende hat er das
Spielprotokoll dem Schiedsrichter und
den Mannschaftsführern/Kapitänen zur Unterschrift
vorzulegen und anschließend selber zu
unterschreiben;
g) er hat die Anmeldung eines Protestes
zu protokollieren, die Zeit zu
notieren, die Protestgebühr entgegenzunehmen und den
Protest gemäß Anhang IV weiter zu
bearbeiten.
3.2.4.
Zeitnehmer:
Der Zeitnehmer hat insbesondere folgende
Aufgaben:
a) Er hat die gesamte Spielzeit zu
stoppen und das Ende einer jeden
Halbzeit mit einem lauten Signal, das sich von dem des
Schiedsrichters zu unterscheiden hat,
anzuzeigen. Mit dem Beginn des
Zeitsignals ist das Spiel unterbrochen und jede
laufende oder nachfolgende Aktion wird
ungültig;
b) er hat die Zeit als reine Spielzeit zu
stoppen;
c) er hat die letzte Spielminute eines
Spieles (zweite Halbzeit) laut und
deutlich anzusagen, jedoch nicht während einer
Spielaktion;
d) er hat die Zeit eines jeden Wurfes
gemäß der 8-Sekundenregel zu stoppen
und dem Schiedsrichter einen Regelverstoß mit dem
Ruf "acht Sekunden" anzuzeigen;
e) er hat das Ende einer
Mannschaftsauszeit zehn Sekunden vor
ihrem Ablauf für die Mannschaften gut hörbar anzukündigen und
das Ende einer Auszeit dem Schiedsrichter
anzuzeigen;
f) er hat das Ende der Halbzeitpause mit
einem lauten Signal 30 Sekunden vor
ihrem Ablauf anzukündigen.
4.
Mannschaft, Auswechslung,
Trainerhinweise, Auszeit
4.1. Mannschaft
4.1.1. Anzahl
von Spielern:
Zu Beginn eines Turniers muss eine
Mannschaft aus drei Spielern und bis
zu drei Ersatzspielern bestehen.
4.1.2.
Mindestanzahl von Spielern:
Wenn einer Mannschaft im Laufe eines
Turniers nur mehr zwei einsatzfähige
Spieler verbleiben, kann die Mannschaft selber
entscheiden, ob sie mit nur zwei Spielern
weiterspielen möchte. Fällt ein
weiterer Spieler aus, wird die Mannschaft aus dem
Turnier ausgeschlossen.
4.1.3.
Mannschaftsangehörige:
Mannschaftsangehörige müssen sich das
gesamte Spiel hindurch innerhalb der
Betreuerzone auf ihrer Mannschaftsseite
aufhalten. Wenn die Mannschaften die Seiten
wechseln, müssen auch die
Mannschaftsangehörigen die Betreuerzonen wechseln.
Mannschaftsangehörige, die sich in der
Betreuerzone aufhalten dürfen, sind:
- bis zu drei Ersatzspieler und
- bis zu drei andere Personen.
4.2. Auswechslung
4.2.1. Anzahl
von Auswechslungen:
Während eines Spieles (innerhalb der
beiden Halbzeiten) wird jeder
Mannschaft bis zu drei Auswechslungen gestattet.
Auswechslungen, die in der Halbzeitpause
vorgenommen werden, sind nicht
mitzuzählen.
4.2.2.
Beantragung und Genehmigung einer Auswechslung:
Jede Auswechslung während der Spielzeit
muss durch den Kapitän oder durch
signifikante Handzeichen durch den Trainer beim
Schiedsrichter beantragt werden.
Der Schiedsrichter hat seine Genehmigung
zu einer Auswechslung ohne
Verzögerung zu geben, jedoch darf er seine Genehmigung nur
jener Mannschaft geben, die sich in
Ballbesitz befindet (ausgenommen nach
Strafwurfsituationen, siehe Regel 6.2.6. bzw.
6.3.6.).
Nach Genehmigung unterbricht der
Schiedsrichter nötigenfalls das Spiel
und gibt die Auswechslungen durch Nennung des
Mannschaftsnamens und der Nummern der
betroffenen Spieler bekannt.
4.2.3.
Auswechslungen in der Halbzeitpause:
Auswechslungen in der Halbzeitpause
müssen dem Schiedsrichter vor Beginn
der zweiten Halbzeit angezeigt werden. Der
Schiedsrichter hat dann bei Beginn der
zweiten Halbzeit die Auswechslung
durch Nennung des Mannschaftsnamens und die
Nummern der betroffenen Spieler
bekanntzugeben.
4.2.4.
Verletzungen, Auswechslungen bei Verletzungen:
Verletzt sich ein Spieler, hat der
Schiedsrichter das Spiel zu
unterbrechen. Kann ein verletzter Spieler nicht innerhalb von
30 Sekunden weiterspielen, muss er das
Spielfeld verlassen und das Spiel ist
fortzusetzen.
Die betroffene Mannschaft kann
unmittelbar den verletzten Spieler
gegen einen Ersatzspieler auswechseln, vorausgesetzt, dass sie
die Anzahl von erlaubten Auswechslungen noch
nicht ausgeschöpft hat.
4.2.5.
Hilfestellung bei Auswechslungen:
Bei Auswechslungen haben die Torrichter
den Spielern die notwendige
Hilfestellung zu gewähren. Sie begleiten den Spieler
zur Betreuerzone und den Ersatzspieler von
der Betreuerzone zum Spielfeld.
Mannschaftsangehörigen ist es nicht
gestattet, während einer Auswechslung
die Betreuerzone zu verlassen oder zu den Spielern
auf dem Spielfeld Kontakt aufzunehmen.
4.3.
Trainerhinweise
Trainerhinweise und Kontakte zur
Mannschaft sind auf
Mannschaftsauszeiten, Halbzeitpause und auf die Pause zwischen
Spielende und Verlängerung beschränkt.
Sollten Trainerhinweise während der
Spielzeit vorkommen oder wird mit
einer Mannschaft in einer anderen Weise während der
Spielzeit in Kontakt getreten, gilt dies als
unsportliches Verhalten (Regel 6.4.).
4.4. Auszeit
4.4.1.
Mannschaftsauszeit:
4.4.1.1. Anzahl von Auszeiten: Jeder
Mannschaft steht eine
Mannschaftsauszeit pro Spiel zu, wobei der anderen Mannschaft
erlaubt wird, diese Auszeit gleichzeitig zu
nutzen.
4.4.1.2. Beantragung und Genehmigung
einer Mannschaftsauszeit: Eine
Mannschaftsauszeit muss vom Kapitän oder Trainer durch
signifikante Handzeichen oder dem Ruf
"Mannschafts-Auszeit" beim
Schiedsrichter beantragt werden.
Der Schiedsrichter hat seine Genehmigung
für eine Mannschaftsauszeit ohne Verzögerung zu geben; darf aber seine
Einwilligung nur jener Mannschaft geben, die sich in Ballbesitz
befindet (ausgenommen nach
Strafwurfsituationen, siehe Regel
6.2.6. bzw. 6.3.6.).
4.4.1.3. Beginn, Dauer und Ende einer
Mannschaftsauszeit: Der Schiedsrichter unterbricht nötigenfalls das
Spiel mit einem Pfiff und gibt die
Mannschaftsauszeit durch deutliche und laute
Nennung des Namens jener Mannschaft bekannt,
die die Auszeit beantragt hat.
Die Mannschaftsauszeit beginnt mit
Nennung des Namens der Mannschaft
durch den Schiedsrichter und dauert 30 Sekunden.
Zehn Sekunden vor Ablauf einer jeden
Auszeit ist ein für die Mannschaften
gut hörbares Signal zu geben.
Bei Ende der Auszeit müssen alle
Mannschaftsangehörigen ohne
Aufforderung das Spielfeld verlassen haben. Wenn nicht, gilt
dies als unsportliches Verhalten.
4.4.1.4. Anzahl von zugelassenen
Mannschaftsangehörigen: Während einer
Mannschaftsauszeit dürfen nur zwei Mannschaftsangehörige von
der Betreuerzone das Spielfeld betreten.
4.4.2.
Schiedsrichterauszeit:
Ein Schiedsrichter kann jederzeit eine
Auszeit anordnen, wenn er dies für
notwendig hält. Während einer Schiedsrichterauszeit
ist es den Mannschaftsangehörigen nicht
erlaubt, mit den Spielern auf dem
Spielfeld in Kontakt zu treten.
4.4.3.
Schiedsrichterball:
Der Ball ist dem Schiedsrichter während
Mannschaftsauszeiten oder bei einer
längeren Spielunterbrechung (mehr als ca. 30
Sekunden) zu übergeben.
Bei Fortsetzung des Spieles spielt der
Schiedsrichter nach dem Anpfiff den
Ball der angreifenden Mannschaft zu.
5.
Durchführung des Spieles
5.1. Spielzeit,
Zeitstop, Pausen
5.1.1.
Spielzeit:
Die Dauer eines Spieles beträgt zehn
Minuten reine Spielzeit unterteilt in
zwei Halbzeiten zu je fünf Minuten.
5.1.2. Reine
Spielzeit, Zeitstop:
Wenn das Spiel durch den Schiedsrichter
mit einem Pfiff unterbrochen wird
oder nachdem ein Tor erzielt wurde, ist die
Zeitnehmung anzuhalten. Nach Anpfiff ist die
Zeitnehmung fortzusetzen.
Ausnahme: Strafwürfe werden nicht
innerhalb der reinen Spielzeit
ausgeführt.
5.1.3.
Unterbrechung des Spieles:
Während einer Spielunterbrechung dürfen
die Spieler keine Spielaktion mit dem
Ball ausführen, sonst tritt Ballverlust
ein.
5.1.4.
Halbzeitpausen:
Halbzeitpausen dauern zwei Minuten. 30
Sekunden vor Ende der Pause hat der
Zeitnehmer ein lautes Signal abzugeben.
5.2. Auslosung;
Bekanntgabe der Mannschaftsangehörigen
5.2.1. Wahl
des Anwurfes und der Spielfeldseite:
Die Auslosung für Anwurf oder
Spielfeldseite wird üblicherweise 15
Minuten vor Spielbeginn von einem Spielleiter zusammen mit
den Mannschaftsführern der betroffenen
Mannschaften durchgeführt (die genaue
Zeit ist allen Mannschaften vor dem
Turnier bekanntzugeben).
Der Spielleiter wirft eine Münze und der
Gewinner kann zwischen Anwurf oder
Spielfeldseiten wählen. Zu Beginn der zweiten
Halbzeit werden Spielfeldseite und Anwurf
gewechselt.
5.2.2.
Bekanntgabe der Mannschaftsangehörigen:
Bei der Auslosung haben die
Mannschaftsführer die Spieler für das
Spiel wie die Mannschaftsangehörigen bekanntzugeben,
die sich während des Spieles in der
Betreuerzone aufhalten werden.
Zusätzlich sind die Nummern und die Klassifizierung von
den Spielern und Ersatzspielern anzugeben.
5.2.3.
Versäumnis der Auslosung:
Versäumt eine Mannschaft die Auslosung
und die Bekanntgabe der
Mannschaftsangehörigen, wird diese Mannschaft mit einem Penalty
bestraft.
Bevor das Spiel beginnt müssen die
Mannschaftsangehörigen bekanntgegeben
werden und wird dieser Penalty ausgeführt.
5.3. Das
Angriffsspiel
5.3.1. Werfen:
Ein Ball gilt als geworfen, wenn er von
der Hand eines Spielers abgespielt
wird. Ein bloßes Abprallen des Balles von
einem Spieler oder ein Schießen des Balles
mit dem Fuß gilt nicht als Wurf.
Für einen gültigen Wurf muss der Ball so
geworfen werden, dass er unterhalb
der drei über das Spielfeld gespannten Leinen
hindurchgeht. Wenn der Ball innerhalb des
Spielfeldes eine Leine berührt oder
über eine Leine springt, gilt dies als
Regelverstoß und gegen den Werfer ist ein
Strafwurf zu verhängen.
Wenn der Ball außerhalb des Spielfeldes
den Boden berührt, ist der Wurf
ungültig (Ballverlust).
5.3.2.
Berechtigte Spieler:
Jeder Spieler, der sich auf dem Spielfeld
befindet, darf den Ball werfen.
5.3.3. Vierter
Wurf:
Ein Spieler darf nur drei Würfe
hintereinander ausführen. Ein vierter
Wurf oder jeder weitere Wurf desselben Spielers in
ununterbrochener Reihenfolge gilt als
Regelverstoß und gegen den Spieler
ist ein Strafwurf zu verhängen.
Aufeinanderfolgende Würfe werden auch
über die Halbzeitpause und bei
Strafwurfsituationen weitergezählt.
5.3.4.
Übertreten:
Wenn ein Spieler beim Werfen die Tor-
oder Seitenlinie mit seinem ganzen
Fuß übertritt, ist der Wurf ungültig. Vor dem
Wurf jedoch darf der Spieler zwecks
Orientierung außerhalb des
Spielfeldes treten.
5.3.5.
Berühren der Leinen:
Berührt ein Spieler eine Leine, aus
welchem Grund auch immer, gilt dies
als Regelverstoß und gegen den Spieler ist ein
Strafwurf zu verhängen. Dies gilt auch bei
Spielunterbrechungen.
5.3.6.
Ruhender Ball:
Kommt der Ball während des
Angriffsspieles innerhalb des
Mannschaftsraumes der angreifenden Mannschaft zum Stillstand
(ruhender Ball), ist die 8-Sekundenregel
anzuwenden (siehe Regel 5.6.).
5.3.7. Wurf
vor Freigabe des Spieles:
Wirft ein Spieler den Ball, bevor das
Spiel freigegeben wurde, ist der Wurf
ungültig und es tritt Ballverlust ein.
5.4. Das
Verteidigungsspiel
5.4.1.
Berechtigte Spieler:
Die Verteidigung kann von allen Spielern
auf dem Spielfeld ausgeführt werden.
5.4.2.
Position der Spieler:
Die verteidigenden Spieler müssen den
Ball innerhalb ihres
Mannschaftsraumes erwarten, in dem sie sich frei bewegen und
überall postieren können.
Sobald der Ball die Hand des Werfers
verlässt, kann die Verteidigung auch
außerhalb des Mannschaftsraumes geschehen
(wie z.B. außerhalb der Seitenlinie, hinter
der Torlinie oder unter den Leinen).
5.4.3.
Körperhaltung:
5.4.3.1. Ballerwartung: Die Einschränkung
betreffend die Körperhaltung der
verteidigenden Spieler gilt nur für die Zeitdauer, in
der sie den Ball erwarten, dies ist jener
Zeitraum, in welchem der Werfer den
Ball aufnimmt bis zu dem Zeitpunkt, bis der
Ball die Hand des Werfers verlässt.
5.4.3.2. Einschränkung der Körperhaltung:
Die verteidigenden Spieler müssen den
Ball stehend/gehend, im Hockstand oder kniend oder
in einer Mischform daraus erwarten.
Das Sitzen auf dem Boden, das Wegstrecken
von Armen und/oder Beinen seitwärts,
das extreme Seitwärtsneigen des Körpers ist
den Spielern in der Ballerwartung nicht
erlaubt. Den Spielern ist es auch
nicht erlaubt, sich mit Händen, Armen oder Kopf
auf dem Boden abzustützen. Das Berühren des
Bodens mit den Fingerspitzen zu
Orientierungszwecken ist gestattet.
5.4.3.3. Beliebige Körperhaltung: Sobald
der Ball die Hand des angreifenden
Spielers verlassen hat, dürfen die verteidigenden
Spieler den Ball in beliebiger Haltung
abwehren.
5.4.4.
Regelwidrige Verteidigung:
Eine regelwidrige Verteidigung liegt vor,
wenn:
a) die Position eines Spielers
regelwidrig ist (Verletzung von Regel
5.4.2.);
b) die Körperhaltung regelwidrig ist
(Verletzung der Regel 5.4.3.);
c) eine Leine von einem verteidigenden
Spieler berührt wird;
d) die verteidigenden Spieler sich
absichtlich berühren oder einander
festhalten (Kettenbildung).
Wegen der Vorteilsregel (siehe Regel
5.7.) ist eine regelwidrige Verteidigung erst nach Ausführung des Wurfes
mit einem Strafwurf zu ahnden.
5.4.5.
Ruhender Ball:
Kommt der Ball innerhalb der Spielhälfte
der verteidigenden Mannschaft zum
Stillstand, gilt dies als "ruhender Ball"; die
verteidigende Mannschaft erhält den Ball.
5.4.6. Ball
durch:
Springt der Ball vom Tor (Torpfosten oder
Querlatte) oder von einem Spieler
innerhalb des Spielfeldes über die Mittellinie
zurück, gilt dies als "Ball durch" und die
angreifende Mannschaft erhält den
Ball erneut. Diese Regel gilt nicht bei
Strafwurfsituationen.
5.4.7.
Aus-Ball:
Gerät der Ball nach einer
Verteidigungsaktion, durch Abprall
vom Tor (Torpfosten oder Querlatte) oder von einem Spieler ins
Aus, gilt dies als "Aus-Ball" und die
verteidigende Mannschaft erhält den
Ball.
5.5. Zuspiel
innerhalb der Mannschaft
5.5.1. Zuspiel
des Balles:
Das Zuspiel des Balles innerhalb des
Mannschaftsraumes ist unter Beachtung
der 8-Sekundenregel erlaubt.
5.5.2.
Fehlerhaftes Zuspiel:
5.5.2.1. Ruhender Ball: Kommt es während
des Zuspieles zu einem ruhenden Ball,
d.h. wenn der Ball ohne sich zu bewegen
innerhalb des Mannschaftsraumes liegt, kommt
die 8-Sekundenregel zur Anwendung (siehe Regel 5.6).
5.5.2.2. Gerät der Ball während des
Zuspieles über die Seitenlinie oder
unter die erste Leine, tritt Ballverlust ein.
5.5.2.3. Gerät der Ball während des
Zuspieles über die Torlinie, zählt
dies als Tor (Eigentor).
5.5.3.
Direktes Übergeben des Balles:
Das direkte Übergeben des Balles in die
Hand eines anderen Spielers ist nicht
erlaubt.
Im Falle eines Regelverstoßes ist gegen
den Spieler ein Strafwurf zu
verhängen, der den Ball übergeben hat.
5.5.4.
Verständigung unter den Spielern:
Die Spieler einer Mannschaft dürfen sich
auf dem Spielfeld in einer
angemessenen Weise untereinander verständigen (z.B. durch
leise Zurufe, Händeklatschen, klopfen auf
den Boden etc.), sofern dies die
andere Mannschaft nicht irritiert.
5.6.
8-Sekundenregel:
Hat ein Spieler den Ball sicher
aufgenommen oder den Ball unter seine
Kontrolle gebracht, muss der Ball den Mannschaftsraum
innerhalb von 8 Sekunden wieder verlassen
haben. Im Falle eines Regelverstoßes
ist gegen den Spieler ein Strafwurf zu
verhängen, der den Ball zuletzt berührt hat.
5.7. Vorteilsregel:
Erzielt eine angreifende Mannschaft ein
Tor, obwohl die Verteidiger dies
durch regelwidrige Verteidigung oder unsportliches Verhalten zu
verhindern suchten, ist das erzielte Tor zu
werten und der Regelverstoß der
verteidigenden Mannschaft ist nicht
mehr zu ahnden.
5.8. Definitionen
5.8.1. Ball
über die Linie:
Ein Ball gilt als "über die Linie", wenn
er eine Linie mit ganzem Umfang
überquert hat (Tor-, Seiten-, Mittellinie).
Kein "über die Linie" liegt vor, wenn der
Ball in der Hand des Werfers bei der
Ausholbewegung zum Wurf über eine Linie
gerät (kein Eigentor, kein Aus-Ball).
5.8.2. Tor,
Eigentor:
Jeder Ball, der während der Spielzeit
(einschließlich Strafwurf- und Penalty-Situationen) mit vollem Umfang
die Torlinie überquert, zählt als
Tor.
Kein Tor ist zu geben, wenn ein Ball die
Torlinie überquert
- während einer Spielunterbrechung;
- wegen eines fehlerhaften Zuspiels von
Außen (durch Schiedsrichter, Torrichter oder andere Personen);
- nachdem er im Aus war (Seiten-Aus oder
Hallendecke);
- solange sich der Ball in der Hand eines
Werfers befindet (kein Eigentor;
siehe Regel 5.8.1.).
5.8.3.
Aus-Ball:
Jeder Ball, der während der Spielzeit
(einschließlich Strafwurf- und Penalty-Situationen) mit vollem Umfang
eine Seitenlinie oder die Torlatte
überquert oder die Hallendecke
berührt, gilt als Aus-Ball. Kein Aus-Ball liegt vor, solange er
sich in der Hand eines Werfers befindet
(siehe Regel 5.8.1.).
5.8.4.
Ruhender Ball:
Ein Ball gilt als "ruhender Ball", wenn
er innerhalb des Spielfeldes zum
Stillstand kommt und sich nicht im Besitz einer
Mannschaft befindet.
Es besteht ein Unterscheid zwischen:
- ruhender Ball im Angriffsspiel (siehe
Regel 5.3.6.);
- ruhender Ball im Verteidigungsspiel
(siehe Regel 5.4.5.);
- ruhender Ball beim Zuspiel (siehe Regel
5.5.2.1. und 5.5.2.2.).
6.
Regelverstöße
Wann immer eine Regel verletzt wird,
liegt ein Regelverstoß vor und wird
mit Ballverlust, Strafwurf, Penalty oder Verwarnung
bestraft. Der frühere Verstoß hat vor dem
späteren behandelt zu werden. Bei
gleichzeitigen Verstößen hat die strengere Strafe
auferlegt zu werden.
Regelverstöße, die nicht im Zusammenhang
mit dem Angriffs- oder
Verteidigungsspiel stehen, werden immer gesondert bestraft (wie
z.B. Regelverstöße betreffend
lichtundurchlässige Brille oder
Bankstrafe).
6.1. Ballverlust:
Ballverlust bedeutet, dass eine
verteidigende Mannschaft das Recht
auf den nachfolgenden Wurf verliert oder der Wurf einer
angreifenden Mannschaft ungültig wird; die
gegnerische Mannschaft erhält den
Ball.
Ballverlust tritt in folgenden Fällen ein
bei:
a) Spielaktion während einer
Unterbrechung (Regel 5.1.3.);
b) Aus-Ball bei einem Angriffsspiel
(Regel 5.3.1.);
c) Übertreten der Tor- oder Seitenlinie
(Regel 5.3.4.);
d) vorzeitigem Wurf (Regel 5.3.7.);
e) Ball durch (Regel 5.4.6.);
f) fehlerhaftes Zuspiel (Regel 5.5.2.2.).
6.2. Strafwurf:
Bei bestimmten Regelverstößen gegen
dieses Reglement hat der
Schiedsrichter einen Strafwurf zu verhängen. Jeder dritte
Strafwurf, der gegen eine Mannschaft
innerhalb eines Spieles verhängt
wird, muss als Penalty ausgeführt werden.
Bei einem Strafwurf hat der bestrafte
Spieler das Spielfeld zu verlassen
und die verteidigende Mannschaft verteidigt das Tor
mit einem Spieler weniger.
6.2.1.
Zeitstop:
Sobald der Schiedsrichter das Spiel mit
einem Pfiff unterbricht, ist die Uhr anzuhalten. Der Strafwurf wird
außerhalb der reinen Spielzeit
ausgeführt, wird aber als Teil des
gesamten Spieles gezählt. Die Zeitnahme wird fortgesetzt, wenn
der Schiedsrichter das Spiel nach der
Strafwurfsituation mit einem weiteren
Pfiff wieder aufnimmt.
6.2.2. Beginn
und Ende der Strafwurfsituation:
Die Strafwurfsituation beginnt mit der
Ansage des Schiedsrichters.
Der Strafwurf beginnt gesondert mit einem
Anpfiff und endet:
a) wenn der Schiedsrichter durch Pfiff
oder Ansage einen Regelverstoß
anzeigt,
b) wenn der Schiedsrichter ein Tor mit
zwei Pfiffen anzeigt,
c) wenn der Schiedsrichter mit dem Ruf
"abgewehrt" einen Ball als abgewehrt
erklärt,
d) wenn der Ball ins Aus gerät und der
Schiedsrichter dies mit dem Ruf "aus"
bekanntgibt.
6.2.3.
Strafwurf nach Beendigung der Spielzeit:
Ein Strafwurf, der innerhalb der
Spielzeit verursacht wurde, muss
ausgeführt werden, auch wenn die reine Spielzeit
abgelaufen ist.
Regelverstöße aus dem Angriffspiel sind
nicht mehr zu ahnden, der Wurf wird
ungültig.
Bei einem Regelverstoß im
Verteidigungsspiel ist der Strafwurf
zu wiederholen, sofern kein Tor erzielt wurde (siehe Regel
5.7.). Ist der zu wiederholende Strafwurf
ein dritter Strafwurf, hat er als
Penalty ausgeführt zu werden.
Wiederholungswürfe sind auf die Regel
"vierter Wurf" nicht anzurechnen.
6.2.4.
Ausführung des Wurfes:
Ein Strafwurf hat gemäß den Regeln für
Werfen ausgeführt zu werden.
6.2.5.
Betroffener Spieler und Abwehr:
Im Falle eines Strafwurfes muss der
Spieler, der den Regelverstoß begangen hat, das Spielfeld verlassen und
darf es erst wieder betreten, nachdem
der Schiedsrichter die Strafwurfsituation eindeutig beendet hat (gemäß
Regel 6.2.2.).
Die Mannschaft hat den Wurf mit den
verbleibenden Spielern gemäß den
Regeln für das Verteidigungsspiel zu verteidigen
(siehe Regel 5.4.).
6.2.6. Verbot
von Spielerwechsel und Mannschaftsauszeit:
Nach Verhängung eines Strafwurfes ist es
den Mannschaften nicht erlaubt,
Spieler auszuwechseln oder eine Mannschaftsauszeit zu
nehmen.
Nach Beendigung der Strafwurfsituation
kann der Schiedsrichter eine
Auswechslung oder Auszeit auch bei der Mannschaft
zulassen, die sich nicht in Ballbesitz
befindet.
6.2.7. Gründe
für Strafwürfe:
Folgende Regelverstöße werden mit einem
Strafwurf geahndet:
a) der Ball berührt oder überspringt eine
Leine (Regel 5.3.1.);
b) Berühren der Leine durch einen Spieler
(Regel 5.3.5., 5.4.4.b);
c) der vierte und jeder weitere
aufeinanderfolgende Wurf eines
Spielers (Regel 5.3.3.);
d) ruhender Ball im Angriffsspiel (Regel
5.3.6.);
e) regelwidrige Verteidigung (Regel
5.4.4.);
f) Übergeben des Balles (Regel 5.5.3.);
g) 8-Sekundenregel (Regel 5.6.);
h) unerlaubtes Berichtigen der Eye-Pads
oder der lichtundurchlässigen Brille (Regel 1.3.3.);
i) unsportliches Verhalten (Regel 6.4.).
6.3. Penalty:
Bei bestimmten Regelverstößen gegen
dieses Reglement hat der
Schiedsrichter einen Penalty zu verhängen.
Bei einem Penalty hat die bestrafte
Mannschaft das Tor nur mit einem
Spieler zu verteidigen; von der angreifenden Mannschaft
hat gleichfalls nur ein Spieler auf dem
Spielfeld zu verbleiben.
6.3.1.
Zeitstop:
Sobald der Schiedsrichter das Spiel mit
einem Pfiff unterbricht, ist die Uhr anzuhalten. Der Penalty wird
außerhalb der reinen Spielzeit
ausgeführt, wird aber als Teil des
gesamten Spieles gezählt. Die Zeitnahme wird fortgesetzt, wenn
der Schiedsrichter das Spiel nach der
Penalty-Situation mit einem weiteren
Pfiff wieder aufnimmt.
6.3.2. Beginn
und Ende der Penalty-Situation:
Die Penalty-Situation beginnt mit der
Ansage des Schiedsrichters.
Der Penalty beginnt gesondert mit einem
Anpfiff und endet:
a) wenn der Schiedsrichter durch Pfiff
oder Ansage einen Regelverstoß
anzeigt;
b) wenn der Schiedsrichter ein Tor mit
zwei Pfiffen anzeigt;
c) wenn der Schiedsrichter mit dem Ruf
"abgewehrt" einen Ball als abgewehrt
erklärt;
d) wenn der Ball ins Aus gerät und der
Schiedsrichter dies mit dem Ruf "aus"
bekanntgibt.
6.3.3. Penalty
nach Beendigung der Spielzeit:
Ein Penalty, der innerhalb der Spielzeit
verursacht wurde, muss ausgeführt
werden, auch wenn die reine Spielzeit abgelaufen
ist.
Regelverstöße aus dem Angriffspiel sind
nicht mehr zu ahnden, der Wurf wird
ungültig. Bei einem Regelverstoß im Verteidigungsspiel ist der Penalty
zu wiederholen, sofern kein Tor
erzielt wurde (siehe Regel 5.7.). Wiederholungswürfe sind auf
die Regel "vierter Wurf" nicht anzurechnen.
6.3.4.
Ausführung des Wurfes:
6.3.4.1. Auswahl eines Spielers: Die
angreifende Mannschaft wählt einen
Werfer aus den Spielern auf dem Spielfeld aus. Die anderen
Spieler müssen bis zur Beendigung der
Penalty-Situation das Spielfeld
verlassen.
6.3.4.2. Position: Vor dem Anpfiff durch
den Schiedsrichter muss sich der
Werfer auf der Mittelmatte aufhalten; nach dem Anpfiff
darf er den gesamten Mannschaftsraum zur
Ausführung des Wurfes nutzen.
6.3.4.3. Penalty-Wurf: Ein Penalty muss
gemäß den Regeln für Werfen
ausgeführt werden.
Bei einem Regelverstoß wird der Wurf
ungültig und die regelwidrige
Handlung ist gemäß diesem Reglement zu ahnden.
6.3.5.
Ausführung der Verteidigung:
6.3.5.1. Auswahl eines Spielers: Die
verteidigende Mannschaft wählt einen
Verteidiger aus den Spielern auf dem Spielfeld aus. Es
darf auch der Spieler ausgewählt werden, der
den Penalty verursacht hat. Die
anderen Spieler müssen das Spielfeld bis
zur Beendigung der Penalty-Situation
verlassen.
6.3.5.2. Position: Vor dem Anpfiff durch
den Schiedsrichter muss sich der
verteidigende Spieler auf der Mittelmatte aufhalten; nach
dem Anpfiff darf er den gesamten
Mannschaftsraum zur Verteidigung
nutzen.
6.3.5.3. Verteidigung des Penalties: Die
Abwehr eines Penalties muss gemäß den
Regeln für die Verteidigung (insbesondere Regel
5.4.3. und 5.4.4.) ausgeführt werden.
Bei einem Regelverstoß im
Verteidigungsspiel ist der Penalty zu
wiederholen, sofern kein Tor erzielt wurde (siehe Regel
5.7.). Wiederholungswürfe sind auf die Regel
"vierter Wurf" nicht anzurechnen.
6.3.6. Verbot
von Spielerwechsel und Mannschaftsauszeit:
Nach Verhängung eines Penalties ist es
den Mannschaften nicht erlaubt,
Spieler auszuwechseln oder eine Mannschaftsauszeit zu
nehmen.
Nach Beendigung der Penalty-Situation
kann der Schiedsrichter eine
Auswechslung oder Auszeit auch bei der Mannschaft
zulassen, die sich nicht in Ballbesitz
befindet.
6.3.7. Gründe
für Penalties:
Folgende Regelverstöße sind mit einem
Penalty zu ahnden:
a) Jede Strafe gegen einen
Mannschaftsangehörigen auf der
Betreuerbank / in der Betreuerzone (Bankstrafe, Regel 6.4.);
b) ein besonders schwerwiegendes oder
wiederholtes unsportliches Verhalten
eines Spielers (Regel 6.4.);
c) jeder dritte Strafwurf, der von einer
Mannschaft innerhalb eines Spieles
verursacht wurde (Regel 6.2.);
d) Versäumnis der Auslosung für Anwurf
oder Seitenwahl (Regel 5.2.3.).
6.4. Unsportliches
Verhalten
6.4.1.
Betroffene Personen:
Jede Person, die am Turnier beteiligt ist
oder sich in der Sporthalle aufhält,
kann ein unsportliches Verhalten setzen,
wie z.B. Spieler, Mannschaftsangehörige,
Spielleiter, Organisatoren oder
Zuschauer.
6.4.2. Arten
von unsportlichen Verhaltens:
Nachfolgende Verhaltensweisen gelten als
unsportliches Verhalten:
a) Beleidigendes Verhalten gegenüber
Schiedsrichter, Spielleiter oder
anderen am Turnier beteiligten Personen;
b) Fluchen, Wutausbrüche, obszöne
Gebärden;
c) Beeinträchtigung der gegnerischen
Mannschaft durch unnötiger oder
störender Geräusche;
d) regelwidriges Betreuen;
e) unerlaubtes Korrigieren der Eye-Pads
oder der lichtundurchlässigen Brille;
f) offensichtliches Verzögern eines
Spieles (außerhalb der
8-Sekundenregel);
und ähnliches mehr.
6.4.3.
Sanktionen:
Es obliegt im Ermessen des
Schiedsrichters, ob und wann welche
Art der Strafe zu verhängen ist.
Unsportliches Verhalten kann zum
Ausschluss vom Spiel oder vom Turnier
wie auch zum Verweis aus der Halle führen, wenn dies
vom Schiedsrichter für notwendig erachtet
wird.
Bei erstmaligem Vorkommen kann der
Schiedsrichter eine Verwarnung
aussprechen. Jedes weitere unsportliche Verhalten
derselben Person hat zu einer strengeren
Strafe zu führen.
Mögliche Arten von Strafen:
a) Bei unsportlichem Verhalten von
Spielern: Verwarnung, Ballverlust,
Strafwurf, Penalty, Ausschluss vom Spiel/Turnier
(ein ausgeschlossener Spieler kann durch
einen Ersatzspieler ersetzt werden,
sofern der betroffenen Mannschaft noch eine
Auswechslung zusteht;
b) bei Mannschaftsangehörigen in der
Betreuerzone: Verwarnung, Penalty,
Verweis aus der Halle;
c) bei Personen ohne Beteiligung zu einer
Mannschaft: Verwarnung, Verweis aus
der Halle.
7. VERLÄNGERUNG,
FREIWÜRFE
7.1. Verlängerung
7.1.1. Gründe:
Final-, Semifinal- oder
Platzierungsspiele müssen verlängert
werden, wenn das Ergebnis nach voller Spielzeit unentschieden
ist.
7.1.2.
Fortsetzung des Spieles:
Wenn eine Verlängerung erfolgt, gilt dies
als Fortsetzung des Spieles mit den
bereits bekanntgegebenen Spielern und
Mannschaftsangehörigen.
Nach einer Pause von 2 Minuten wird das
Spiel mit Wechsel der Spielfeldseiten
und Anwurf fortgesetzt.
In der Verlängerung beginnt die Zählung
der Würfe eines jeden Spielers von
Neuem.
7.1.3.
Auszeit; Auswechslungen:
Während einer Verlängerung steht jeder
Mannschaft eine Auszeit und zwei
Auswechslungen zu. Auswechslungen während der
Halbzeitpause werden nicht mitgezählt.
7.1.4.
Spielzeit, "Golden Goal":
Sobald das erste Tor "Golden Goal"
erzielt wird, ist das Spiel beendet.
Sollte kein Tor erzielt werden, beträgt
die Dauer der Verlängerung 4 Minuten
reine Spielzeit, unterteilt in zwei
Halbzeiten zu je zwei Minuten. Die Pause zwischen den
Halbzeiten beträgt zwei Minuten.
7.2. Freiwürfe
7.2.1. Gründe:
Freiwürfe sind durchzuführen, wenn
a) nach einer einfachen Punkterunde eine
Entscheidung über eine Platzierung
getroffen werden muss;
b) nach einer Verlängerung in einem
Final-, Semifinal- oder
Platzierungsspiel noch immer ein Unentschieden besteht
(Regeln 8.4.2., 8.5.1., 8.5.2.).
7.2.2.
Bekanntgabe der Spieler:
Sofort nach Ende einer Verlängerung mit
einem unentschiedenen Ausgang oder
nach Aufforderung durch den Schiedsrichter hat
jede Mannschaft drei Spieler bekanntzugeben
(in schriftlicher Form), die die
Freiwürfe ausführen wie auch verteidigen werden.
Sollte einer Mannschaft nur mehr zwei
einsatzfähige Spieler verblieben
sein, haben diese zwei Spieler die Freiwürfe
abwechselnd auszuführen.
Wenn eine Mannschaft die Spieler für die
Freiwürfe nicht rechtzeitig
bekanntgibt, verliert diese Mannschaft das Spiel
mit einem Ergebnis von 0:5.
7.2.3. Wahl
des Anwurfes und der Spielfeldseiten:
Vor Beginn der Freiwürfe hat die Wahl des
Anwurfes oder der Spielfeldseiten
gemäß Regel 5.1. vorgenommen zu werden. Die
Wahl ist für alle Würfe gültig.
7.2.4. Anzahl
von Würfen:
Jede Mannschaft hat abwechselnd drei
Würfe auszuführen und zu verteidigen.
Wenn wiederum ein Unentschieden besteht,
sind die Freiwürfe gemäß Regel 7.2.6.
fortzusetzen.
7.2.5.
Ausführung der Würfe:
7.2.5.1. Für die Durchführung der
Freiwürfe gelten die Regeln für
Penalty-Würfe sinngemäß (insbesondere die Regeln 6.3.2.,
6.3.4., 6.3.5.).
7.2.5.2. Die Spieler haben in der
Reihenfolge ihrer Nennung die Würfe
auszuführen und zu verteidigen.
Der erstgenannte Werfer führt seinen Wurf
aus und der erstgenannte Verteidiger
verteidigt das Tor, wobei jeder
einzelne Wurf durch einen Pfiff des Schiedsrichters
freigegeben wird. Im Anschluss daran wird
der Werfer zum Verteidiger und vice
Versa. Auf dieselbe Weise handeln die
zweit- und drittgenannten Spieler als Werfer und Verteidiger.
7.2.5.3. Bei einem Regelverstoß beim
Werfen erfolgt keine Bestrafung; der
Wurf wird ungültig.
Bei einem Regelverstoß in der
Verteidigung hat der Freiwurf
wiederholt zu werden, sofern kein Tor erzielt wurde (siehe
Regel 5.7.).
7.2.6.
Ermittlung des Siegers:
Die Mannschaft, die mehr Tore erzielt
hat, wird zum Sieger erklärt.
Besteht wiederum ein Unentschieden,
werden die Freiwürfe in der selben
Reihenfolge der Spieler mit einem Wurf je Mannschaft
fortgesetzt, bis eine Mannschaft (bei
gleicher Anzahl von Würfen) mit einem
Tor in Führung liegt.
8. AUSTRAGUNG VON
TURNIEREN
Bei internationalen Meisterschaften (wie
Welt/Regionalmeisterschaften oder Welt/Regionalcup-Bewerbe etc.) hat
nachstehender Turniermodus angewandt
zu werden.
Nehmen an einem internationalen Turnier
Mannschaften aus mindestens 4 Ländern
teil, so hat der Veranstalter dieses
Turnier bei der IBSA mittels der "Application Form" anzumelden.
8.1. Teilnahme:
Bei internationalen Meisterschaften
dürfen aus jedem Mitgliedsland nur
eine Damen- und eine Herrenmannschaft
teilnehmen, sofern im Reglement für den betreffenden Bewerb
nichts anderes bestimmt wird (wie Reglements
für den Welt- oder Regionalcup).
8.2. Setzen der
Mannschaften:
Wenn an einem internationalen Turnier
mehr als 11 Mannschaften teilnehmen,
sind zwei, erforderlichenfalls mehrere Gruppen zu
bilden (siehe Regel 8.3.2.).
Die Mannschaften werden gemäß ihrer
Platzierung in der vorangegangenen
gleichartigen Meisterschaft gruppiert. Dies
bedeutet, dass für das Setzen bei
Weltmeisterschaften die Platzierung
bei der vorangegangenen Weltmeisterschaft
ausschlaggebend ist und wenn für regionale
Meisterschaften gesetzt wird, ist die
Platzierung bei der vorangegangenen
regionalen Meisterschaft entscheidend.
Folgendes Schema findet Anwendung
(Beispiel mit drei Gruppen):
Die Mannschaft, die als Erste platziert
war, wird in Gruppe A gesetzt, die
zweitplatzierte Mannschaft in Gruppe B, die
drittplatzierte Mannschaft in Gruppe C, die
viertplatzierte Mannschaft in Gruppe
C, die fünftplatzierte Mannschaft in
Gruppe B, die sechstplatzierte Mannschaft in Gruppe A, die
siebtplatzierte Mannschaft in Gruppe A, etc.
8.3. Einteilung in
Gruppen, Vorrundenspiele
8.3.1. Eine
Gruppe:
Wenn bis zu 11 Mannschaften an einem
Turnier teilnehmen, wird die Vorrunde
in einer einfachen Punkterunde ausgetragen
(jede Mannschaft spielt einmal gegen jede
von den anderen Mannschaften).
8.3.2. Zwei
oder mehr Gruppen:
Wenn mehr als 11 Mannschaften an einem
Turnier teilnehmen, sind die
Mannschaften in zwei, erforderlichenfalls auch in
mehrere Gruppen gemäß Regel 8.2. gleichmäßig
aufzuteilen.
Zwei Gruppen sind zu bilden, wenn mehr
als 11 und weniger als 19
Mannschaften teilnehmen. Eine dritte oder weitere Gruppe
ist dann zu bilden, wenn eine Gruppe mehr
als 9 Mannschaften umfassen würde.
8.3.3.
Platzierung innerhalb der Gruppe:
In jeder Gruppe spielt jede Mannschaft
einmal gegen die anderen Mannschaften
(einfache Punkterunde). Die
Platzierungen innerhalb einer Gruppe werden gemäß Regel 8.6.
ermittelt.
Die besten drei Mannschaften einer jeden
Gruppe qualifizieren sich für die
zweite Punkterunde (Regel 8.4.1.).
Wenn die Vorrunde in zwei Gruppen
gespielt wurde, spielen die
verbleibenden Mannschaften - vom vierten Platz ab in jeder
Gruppe - eine Platzierungsrunde (Regel
8.4.2.). Wenn drei oder mehrere
Gruppen vorhanden sind, kann der Veranstalter in
Zusammenarbeit mit dem technischen
Delegierten der IBSA über den Modus
der weiteren Platzierungen entscheiden.
8.4. Zweite
Punkterunde und Platzierungsspiele
8.4.1. Zweite
Punkterunde:
Wenn das Turnier in zwei oder mehreren
Gruppen ausgetragen wird, spielen die
drei besten Mannschaften einer jeden Gruppe
in einer zweiten Punkterunde um die
Teilnahme an den Finalspielen.
In der zweiten Punkterunde spielen jene
Mannschaften gegeneinander, die in der Vorrunde noch nicht aufeinander
getroffen waren. Bei den
Mannschaften, die bereits gegeneinander
gespielt haben, wird das Ergebnis aus der
Vorrunde in die zweite Punkterunde
übernommen.
Die Ermittlung der Platzierung in der
zweiten Punkterunde erfolgt in der
gleichen Weise wie bei einer einfachen
Punkterunde (siehe Regel 8.6.).
Die vier besten Mannschaften aus der
zweiten Punkterunde qualifizieren
sich für das Semifinale (Regel 8.5.). Die
verbleibenden Mannschaften scheiden aus dem
Turnier aus und belegen die Plätze 5
bis 6, 5 bis 9 oder 5 bis 12, abhängig
von der Anzahl der Gruppen.
8.4.2.
Platzierungsspiele:
Wenn die Vorrunde in zwei Gruppen
ausgetragen wird, spielen die
viertplatzierten Mannschaften aus jeder Gruppe um den
siebenten Platz, die fünftplatzierten
Mannschaften spielen um den neunten
Platz, etc.
Wenn das reguläre Spiel unentschieden
endet, ist eine Verlängerung zu
spielen (siehe Regel 7.1.). Liegt nach der
Verlängerung noch immer ein Gleichstand vor,
sind zur endgültigen Entscheidung
Freiwürfe auszuführen (siehe Regel
7.2.).
8.5. Finalrunde
8.5.1.
Semifinale:
Die vier besten Mannschaften der Vorrunde
bzw. der zweiten Punkterunde nehmen
am Semifinale teil. Dort kämpfen sie nach
einem k.o.-System, wobei die erstplatzierte
Mannschaft gegen die Viertplatzierte
spielt und die zweitplatzierte Mannschaft
gegen die Drittplatzierte.
8.5.2. Finale:
Im Finale spielen die beiden Verlierer
aus dem Semifinale um den dritten
Platz, die beiden Gewinner spielen um den
Turniersieg / Meistertitel.
Wenn bei einem Semifinale oder Finale das
reguläre Spiel unentschieden endet,
ist eine Verlängerung zu spielen (siehe
Regel 7.1.). Liegt nach der Verlängerung
noch immer ein Gleichstand vor, sind
zur endgültigen Entscheidung Freiwürfe
auszuführen (siehe Regel 7.2.).
8.6. Ermittlung der
Platzierung
8.6.1. Punkte:
Die Platzierung einer Mannschaft nach
einer Vorrunde oder zweiten
Punkterunde ermittelt sich aus der Anzahl von Punkten,
die jede Mannschaft erringen konnte.
Jede Mannschaft erhält 2 Punkte für einen
Sieg, 1 Punkt für ein Unentschieden
und null Punkte für eine Niederlage.
8.6.2.
Tordifferenz:
Bei einem Gleichstand nach Punkten
entscheidet die höhere Tordifferenz
(geschossene Tore minus erhaltene Tore) über die
bessere Platzierung.
8.6.3.
Torverhältnis:
Bei einem Gleichstand nach Punkten und
Tordifferenz entscheidet das höhere Torverhältnis (geschossene Tore
geteilt durch erhaltene Tore) über
die bessere Platzierung.
8.6.4. Direkte
Begegnung:
Bei einem Gleichstand nach Punkten,
derselben Tordifferenz und demselben
Torverhältnis entscheidet das Ergebnis der direkten
Begegnung zwischen den betroffenen
Mannschaften über die bessere
Platzierung.
8.6.5.
Freiwürfe:
Wenn nach Anwendung der Regeln 8.6.1. bis
8.6.4. noch immer ein Gleichstand
besteht und eine gleiche Platzierung der
beiden Mannschaften nicht möglich ist (z.B.
wegen einer Qualifizierung für die
Finalrunde etc.), müssen für eine
endgültige Entscheidung Freiwürfe durchgeführt werden (siehe
Regel 7.2.).
8.7. Versäumnis
eines Spieles:
Wenn sich eine Mannschaft zu Beginn eines
Spieles verspätet, gilt dies als
Niederlage und der anwesenden Mannschaft werden
zwei Punkte und ein Ergebnis von 5:0 Toren
zuerkannt. Die Mannschaft, die das
Spiel versäumt hat, verliert dieses mit
einem Ergebnis von 0:5. Darüber hinaus
werden 2 Punkte als
Unterlassungsstrafe abgezogen.
8.8. Vorzeitige
Beendigung eines Spieles; Ausscheiden aus einem
Turnier:
Wenn eine Mannschaft ein Spiel nicht zu
Ende führen kann, gewinnt die
verbleibende Mannschaft dieses Spiel mit einem
Ergebnis von 5:0.
Scheidet eine Mannschaft aus einem
Turnier aus, werden allen anderen
Mannschaften zwei Punkte und null Tore zuerkannt;
vorangegangene Ergebnisse werden annulliert.
8.9. Ermittlung der
besten offensiven und defensiven Mannschaften
8.9.1.
Offensive Mannschaft:
Die beste offensive Mannschaft wird
dadurch ermittelt, dass alle von
einer Mannschaft erzielten Tore zusammengezählt und
diese Summe durch die Anzahl der
absolvierten Spiele geteilt wird.
Tore, die während einer Verlängerung oder bei Freiwurfsituationen
erzielt wurden, werden nicht mitgezählt.
8.9.2.
Defensive Mannschaft:
Die beste defensive Mannschaft wird
dadurch ermittelt, dass alle von
einer Mannschaft erhaltenen Tore zusammengezählt und
diese Summe durch die Anzahl der
absolvierten Spiele geteilt wird.
Tore, die während einer Verlängerung oder bei Freiwurfsituationen
erhalten wurden, werden nicht mitgezählt.
8.10. Anzahl von
Spielen:
Der Veranstalter soll einen Spielplan für
einen Tag so erstellen, dass eine
Mannschaft nicht mehr als sieben Spiele
auszutragen hat und dass eine
Gesamtspieldauer von 8 Stunden nicht
überschritten wird.
In begründeten Fällen kann das Subkomitee
Torball Abweichungen von dieser Regel
genehmigen.
8.11.
Protestkomitee:
Das Protestkomitee besteht aus den im
Anhang IV erwähnten Personen und
trifft über eingebrachte Proteste die endgültige
Entscheidung unter Heranziehung der in
diesem Reglement und Anhang IV
festgesetzten Grundsätze.
Markus Schenker
Vorsitzender des Subkomitee Torball
Salzburg, im Januar 2002
Verantwortlich für die Erstellung dieser
Regeln:
Dr. Max Ott - Mitglied im Subkomitee Torball
ANHANG II
Schiedsrichteransagen
Im Falle von Erläuterungen eines
Schiedsrichters während eines Spieles
hat der Schiedsrichter die Situationen grundsätzlich unter
Verwendung der nachstehenden Ansagen zu
erklären.
Nur wenn es unbedingt erforderlich ist,
kann der Schiedsrichter zur
Erläuterung der Unterbrechung oder seiner Entscheidung andere
Ansagen wählen, andere Spielleiter um
Aufklärung einer Situation ersuchen
oder Dolmetscher beauftragen.
Alle Ansagen müssen so deutlich und laut
gesprochen werden, damit sie von
allen Teilnehmern, insbesondere von den Spielern und
den Mannschaftsangehörigen verstanden werden
können.
1. Ansagen
betreffend das Angriffsspiel:
a) Wenn der Ball beim Zuspiel innerhalb
der Mannschaft ins Aus gerät (die
Seitenlinie überquert): "Aus, Ballverlust";
b) wenn die 8-Sekundenregel verletzt
wird: "Acht Sekunden, Nummer ...
(Nummer des Spielers, der den Ball zuletzt berührt hat),
Strafwurf gegen ..... (Name der
Mannschaft)";
c) wenn der Ball von einem Spieler zum
anderen direkt übergeben wird: "Ball
übergeben, Nummer ... (Nummer des übergebenden
Spielers), Strafwurf gegen ..... (Name der
Mannschaft)";
d) wenn der Ball während des
Angriffsspieles ins Aus gerät und
darüber eine Klarstellung erforderlich erscheint: "Aus";
e) wenn ein Spieler während einer
Spielunterbrechung mit dem Ball eine
Aktion ausführt oder wenn der Ball vor Freigabe des Spieles
geworfen wird: "Ballverlust";
f) wenn ein Spieler beim Werfen die Tor-
oder Seitenlinie übertritt:
"Übertreten, Ballverlust";
g) wenn ein Spieler den Ball zum vierten
Mal hintereinander oder häufiger
wirft: "vierter Wurf, Nummer ... (Nummer des Spielers),
Strafwurf gegen ..... (Name der
Mannschaft)";
h) wenn ein geworfener Ball eine der
Leinen innerhalb des Spielfeldes
berührt oder über eine Leine springt: "Leine, Nummer
... (Nummer des Werfers), Strafwurf gegen
..... (Name der Mannschaft)";
i) wenn ein Spieler eine der Leinen
berührt: "Leine, Nummer ... (Nummer
des Spielers), Strafwurf gegen ..... (Name der
Mannschaft)".
2. Ansagen
betreffend das Verteidigungsspiel:
a) Wenn ein Strafwurf oder Penalty
abgewehrt wurde: "abgewehrt";
b) wenn es in der Spielhälfte der
verteidigenden Mannschaft zu einem
ruhenden Ball kommt und darüber eine Klarstellung
erforderlich erscheint: "Ball ... (Name der
Mannschaft)";
c) wenn der Ball durch eine
Verteidigungshandlung oder als Abprall
vom Tor innerhalb des Spielfeldes über die
Mittellinie zurückspringt: "Ball
durch";
d) im Fall einer regelwidrigen
Verteidigung: "regelwidrige
Verteidigung, Nummer ... (Nummer des betroffenen Spielers),
..... (Art der Bestrafung: Verwarnung,
Strafwurf) gegen ..... (Name der
Mannschaft)";
e) wenn ein Spieler eine Leine berührt:
"Leine, Nummer ... (Nummer des
Spielers), Strafwurf gegen ..... (Name der Mannschaft)".
3. Weitere
Ansagen
a) Vor einer jeden Halbzeit und immer
dann, wenn eine Unterbrechung längere
Zeit angedauert hat, muss der Schiedsrichter die Spieler
auf den Beginn oder auf die Fortsetzung des
Spieles mit der Frage: "fertig"
aufmerksam machen; der Schiedsrichter muss sich
versichern, ob die Spieler bereit sind,
bevor er das Spiel anpfeift;
b) wenn für die Spieler eine
offensichtlich unklare Situation
besteht und das Spiel jedoch nicht unterbrochen ist: "Spiel
läuft";
c) wenn eine Schiedsrichterauszeit
genommen wird: "Zeit";
d) wenn eine beantragte
Mannschaftsauszeit genehmigt wird:
"Mannschaftsauszeit für Mannschaft ..... (Name der Mannschaft)";
e) bei einer medizinisch bedingten
Auszeit: "medizinische Auszeit für
..... (Name der Mannschaft)";
f) wenn eine beantragte Auswechslung
genehmigt wird: "Auswechslung für
..... (Name der Mannschaft), Nummer ... geht, Nummer ...
kommt (Nummern der betroffenen Spieler)";
g) wenn ein Tor erzielt wurde: "Tor für
..... (Name der Mannschaft, die das
Tor erzielt hat), ... zu ... (aktueller Spielstand)";
h) wenn ein dritter Strafwurf gegen
dieselbe Mannschaft verhängt wird:
"dritter Strafwurf, Penalty gegen ..... (Name der
Mannschaft)";
i) im Fall von unsportlichem Verhalten
eines Spielers: "unsportliches
Verhalten von ... (Nummer des Spielers oder Name
der Mannschaft), ..... (Art der Bestrafung:
Verwarnung, Strafwurf, Penalty oder
andere Maßnahmen) gegen ..... (Name der
Mannschaft)";
j) im Fall von unsportlichem Verhalten
von der Betreuerbank aus:
"Bankstrafe, .... (Art der Bestrafung: Verwarnung, Penalty oder
andere Maßnahmen) gegen ..... (Name der
Mannschaft)".
ANHANG IV
Abwicklung eines Protestes
1. Allgemeine
Bestimmung:
Als Grundlage sind die allgemeinen Regeln
für die Abwicklung eines Protestes
der IBSA heranzuziehen.
2.
Zusammensetzung des Protestkomitees:
Die Mitglieder des Protestkomitees müssen
vor Beginn eines Turniers namentlich
bestimmt werden.
Das Protestkomitee besteht aus:
- einem Vertreter des Organisators oder
Veranstalters;
- dem Oberschiedsrichter oder einem
anderen Schiedsrichter, sollte der
Oberschiedsrichter durch den Protest selber
betroffen sein;
- einem offiziellen Vertreter der IBSA.
3.
Protestgebühr
Die Protestgebühr hat vom Veranstalter im
Einvernehmen mit dem offiziellen
Vertreter der IBSA festgesetzt zu werden. Die teilnehmenden Mannschaften
sind über die Höhe und die Währung der
Protestgebühr in der Einladung zum
Wettbewerb zu informieren.
Sollte dem Protest ganz oder teilweise
stattgegeben werden, ist die
Protestgebühr in voller Höhe zurückzuzahlen, andernfalls
verfällt die Protestgebühr zu Gunsten des
Subkomitees Torball.
4. Anmeldung
eines Protestes:
Ein Protest ist vom
Mannschaftsführer/Kapitän bei der
Unterzeichnung des Spielprotokolls beim Protokollführer
anzumelden; gleichzeitig ist die
Protestgebühr zu hinterlegen.
Proteste, die sich nicht auf den Verlauf
oder das Ergebnis eines Spieles
beziehen, sind vor Beginn des Turniers/Spieles
anzumelden.
5. Aufgaben
des Protokollführers:
Der Protokollführer hat:
a) die Anmeldung des Protestes im
Spielprotokoll zu vermerken;
b) die genaue Zeit der Anmeldung des
Protestes zu protokollieren;
c) die Protestgebühr entgegenzunehmen und
d) den Oberschiedsrichter unverzüglich
über die Anmeldung eines Protestes zu
informieren.
6.
Protestausfertigung
6.1. Der Protest muss dem
Oberschiedsrichter innerhalb von 30 Minuten
nach Anmeldung in einer bei der IBSA
offiziell anerkannten Sprache
schriftlich übergeben werden. Wird die Frist für den
Eingang des Protestes versäumt, gilt der
Protest als zurückgezogen und die
Protestgebühr verfällt.
6.2. Die schriftliche Ausfertigung des
Protestes muss zumindest folgende
Punkte enthalten:
a) Eine kurze Darstellung des Grundes für
den Protest;
b) eine kurze Darstellung seiner
Auswirkungen auf das Spiel und eine
Erläuterung über die Benachteiligung der protestierenden
Mannschaft;
c) die Nennung von Beweismitteln wie
Zeugen oder Gegenständen;
d) die Stellung eines Antrages, über den
das Protestkomitee entscheiden kann.
Das Protestkomitee ist jedoch bei seiner
Entscheidung nicht auf den Antrag
beschränkt;
e) die Unterschrift des
Mannschaftsführers der protestierenden
Mannschaft.
7.
Einberufung des Protestkomitees:
Der Oberschiedsrichter hat die Mitglieder
des Protestkomitees unverzüglich über
die Anmeldung eines Protestes zu informieren.
Nach schriftlichem Einlangen des
Protestes hat der Oberschiedsrichter das Protestkomitee so rasch als
möglich einzuberufen und den Protest
zur Diskussion und Behandlung vorzulegen.
8.
Entscheidungsfindung:
Das Protestkomitee kann alle zur Klärung
des Falles und zur Erreichung einer
gerechten Entscheidung notwendigen Maßnahmen
ergreifen.
Diese Maßnahmen können sein:
- die Prüfung schriftlicher
Protokolle/Aufzeichnungen;
- die Einvernahme von Personen wie
offizielle des Turniers, Spieler,
Mannschaftsangehörige etc.;
- die Prüfung von relevanten
Gegenständen.
9. Beschluss
9.1. Das Protestkomitee hat unter
Beachtung des Fortganges des Bewerbes
möglichst rasch zu einem Beschluss zu gelangen.
9.2. In dem Beschluss des Protestkomitees
ist auf den Antrag der
protestierenden Mannschaft einzugehen.
Darüber hinaus ist das Protestkomitee
befugt, auch andere Entscheidungen zu treffen, die nicht beantragt
worden sind.
Dies kann sein:
- Ausspruch einer Verwarnung;
- Zu-/Aberkennung eines oder mehrerer
Tore;
- Ausführung einer bestimmten Anzahl von
Freiwürfen;
- Wiederholung von Spielsituationen (wie
z.B. Strafwurfsituation);
- Wiederholung von einigen Minuten des
Spieles, einer Halbzeit oder eines
gesamten Spieles;
- Annullierung eines Spieles und
Festsetzung eines Ergebnisses; etc.
Bei der Fassung des Beschlusses haben
sowohl der Vorfall, der zum Protest
führte, die Ergebnisse wie auch der laufende
Spielstand berücksichtigt zu werden, damit
eine sinnhafte Entscheidung getroffen
werden kann.
9.3. Der Beschluss ist im Protestkomitee
mit Stimmenmehrheit zu fassen. Er ist
einmütig nach Außen zu vertreten.
9.4. Der Beschluss des Protestkomitees
ist endgültig.
9.5. Über den gefassten Beschluss sind
die protestierende Mannschaft, die
vom Protest betroffene Mannschaft sowie die Turnierleitung
vorerst mündlich zu informieren; dies hat in
einer bei der IBSA offiziell
anerkannten Sprache zu geschehen.
Eine schriftliche Ausfertigung des
Beschlusses zusammen mit einer kurzen
Darlegung der Gründe kann auch nach Abschluss des
Turniers erstellt und (per Postzustellung)
der protestierenden Mannschaft, dem
Veranstalter und der IBSA zugesandt werden.
ANHANG V
Teil I: Erläuterungen
In diesem Teil von Anhang V finden sich
Erläuterungen und Beschreibungen zu
bestimmten Regeln.
Der Inhalt dieses Anhanges V wird durch
das Subkomitee Torball der IBSA
beschlossen.
Nachfolgende Erläuterungen betreffen:
1.3.3.3.: Geeignete Maßnahmen, die der
Schiedsrichter verhängen kann, sind
u.a.: der Austausch von Eye-Pads oder
Brille, der zusätzliche Gebrauch von
Heftpflaster, etc. Es ist nicht erforderlich,
das tatsächliche Sehvermögen eines Spielers
in Betracht zu ziehen.
1.3.3.4.: Ersatzspieler müssen Eye-Pads
und Brille von dem Zeitpunkt an
tragen, sobald die Auswechslung von der Betreuerbank aus
beantragt wird. Sollte die Auswechslung vom
Kapitän der Mannschaft beantragt oder
vom Schiedsrichter angeordnet werden,
muss der Ersatzspieler ohne Verzögerung Eye-Pads und
Brille anbringen. Keinesfalls darf ein
Ersatzspieler die Betreuerzone ohne
dem ordnungsgemäßen Tragen von Eye-Pads
und Brille verlassen.
3.2.3.: Protokollführer:
3.2.3.f) und Anhang IV Pkt. 4.:
Sollte ein Mannschaftsführer/Kapitän das Spielprotokoll, das
ihm vom Protokollführer vorgelegt wird,
nicht unmittelbar nach dem Spiel
unterschreiben noch einen Protest anmelden, gilt
dies als Anerkennung des Spielprotokolls.
Eine Anmeldung eines Protestes zu
einem späteren Zeitpunkt ist nicht mehr
möglich.
3.2.4.: Zeitnehmer:
3.2.4.b) "er hat die Zeit als reine Spielzeit zu stoppen" bedeutet,
dass die Uhr immer dann anzuhalten ist, wenn
das Spiel durch einen Pfiff des
Schiedsrichters unterbrochen wird. Wenn das
Spiel durch einen weiteren Pfiff des
Schiedsrichters fortgesetzt wird, ist die Zeitnahme fortzusetzen
(ausgenommen bei
Strafwurfsituationen).
4.1.3.: Die drei anderen Personen, die
sich als Mannschaftsangehörige in der
Betreuerzone aufhalten dürfen, sind: Trainer, Betreuer,
Arzt, Masseur etc.
4.2.2.: Beantragung und Genehmigung einer
Auswechslung: Der Trainer hat seinen
Antrag auf eine Auswechslung dem
Schiedsrichter durch signifikante Handzeichen anzuzeigen.
Beantragt der Kapitän einer Mannschaft die
Auswechslung, hat er seinen Antrag
dem Schiedsrichter durch signifikante
Handzeichen oder durch Zuruf anzuzeigen.
Sollte es zwischen der Beantragung einer
Auswechslung und deren Genehmigung
einen Ballwechsel geben, muss der Antrag auf
Auswechslung wiederholt werden; ansonsten
wird die Auswechslung nicht mehr als
beantragt berücksichtigt.
4.4.1.2.: Beantragung und Genehmigung
einer Mannschafts-Auszeit: Sollte der
Schiedsrichter der Auffassung sein, dass die
gegnerische Mannschaft durch den Zuruf eines
Trainers oder Kapitäns
"Mannschaftsauszeit" gestört wird, ist dies als
unsportliches Verhalten gemäß Punkt 6.4. zu
ahnden. Sollte es zwischen der
Beantragung einer Auszeit und deren
Genehmigung einen Ballwechsel geben, muss der Antrag auf
Auszeit wiederholt werden; ansonsten wird
die Auszeit nicht mehr als beantragt
berücksichtigt.
4.4.1.3.: Die Mannschaftsauszeit beginnt
nach Nennung des Namens der
Mannschaft durch den Schiedsrichter. Dies bedeutet, dass
von diesem Zeitpunkt an
- die Dauer der Auszeit zu stoppen ist und
- die Mannschaftsangehörigen die Betreuerzone verlassen
dürfen.
4.4.1.4.: Anzahl von
Mannschaftsangehörigen: Sollte einer
der Mannschaftsangehörigen, die in der Auszeit
das Spielfeld betreten, ein Ersatzspieler
sein, braucht dieser keine Eye-Pads
und Brille zu tragen.
5.1.2.: Die Strafwürfe werden außerhalb
der reinen Spielzeit ausgeführt, gelten aber als ein Teil des gesamten
Spieles.
5.1.3.: Unterbrechung eines Spieles:
Während einer Spielunterbrechung dürfen die
Spieler mit dem Ball keine
Spielaktion ausführen, der Ball muss bei dem
Spieler verbleiben, bei dem er sich zu
Beginn der Unterbrechung befunden hat, außer wenn der Ball dem
Schiedsrichter gegeben wird.
Der Spieler darf den Ball aufnehmen, darf
sich mit dem Ball in der Hand
innerhalb seines Mannschaftsraumes bewegen, jedoch
darf er mit dem Ball keine Spielaktion
ausführen, z.B. ist es ihm verboten,
den Ball einem Mitspieler zuzuspielen oder
zu übergeben; dies hat einen Ballverlust zur
Folge.
5.2.3.: Versäumnis der Auslosung:
Dieser Penalty ist auszuführen, bevor der
Schiedsrichter das eigentliche Spiel
anpfeift. Auf diesen Penalty sind die
Bestimmungen der Regel 6.3.3. (Penalty nach Beendigung der
Spielzeit) sinngemäß anzuwenden, dies
bedeutet, dass
- Regelverstöße aus dem Angriffsspiel nicht geahndet werden,
der Wurf ist ungültig und nicht zu
wiederholen;
- bei Regelverstößen in der Verteidigung der Penalty wiederholt wird,
sofern kein Tor erzielt worden ist.
Dieser Penalty-Wurf wegen Versäumnis der Auslosung hat auf die
Regel "vierter Wurf" nicht angerechnet zu
werden.
5.3.6.: Ruhender Ball (im Angriffsspiel):
Kommt der Ball während des Angriffsspieles
innerhalb des Mannschaftsraumes zum
Stillstand, gleichgültig aus welchem
Grund, wie z.B. wegen eines
- fehlerhaften Zuspieles;
- unkontrollierten Wurfes oder
- zu schwachen Wurfes, ist die 8-Sekundenregel anzuwenden.
Innerhalb dieser 8 Sekunden können die Spieler versuchen, den
Ball unter Kontrolle zu bekommen, etc.
Kommt der Ball auf dem Spielfeld außerhalb
des Mannschaftsraumes der angreifenden Mannschaft zum Stillstand, gilt
dies als Ballverlust.
5.3.7.: Wurf vor Freigabe des Spieles:
Dieser Wurf ist als Wurf für den
betreffenden Spieler zu
protokollieren.
5.5.1.: Zuspiel des Balles:
Unter Zuspiel des Balles innerhalb des
Mannschaftsraumes ist ein Werfen oder
Rollen des Balles zu einem anderen Spieler zu
verstehen und dies auch mehrmals. Ein bloßes
Fallenlassen des Balles auf den Boden
oder ähnliche Aktionen, nur mit der
Absicht, die gegnerische Mannschaft zu irritieren, gilt als
unsportliches Verhalten und ist gemäß Regel
6.4. zu ahnden.
5.5.3.: Direktes Übergeben des
Balles: Ein gleichzeitiges,
zufälliges Berühren des Balles durch zwei
Spieler gilt noch nicht als
"direktes Übergeben des Balles".
6.2.4.: Ausführung eines Strafwurfes: Für den
Strafwurf gelten die Regeln für Werfen wie z.B.
Regeln 5.3., 5.5., 5.6.. Dies bedeutet, dass unter
anderem
- der Ball nach dem Anpfiff innerhalb der Mannschaft
zugespielt werden darf;
- der Vierte aufeinanderfolgende Wurf eines Spielers
bestraft wird;
- die 8-Sekundenregel zu beachten ist.
6.3.4.3.: Penalty-Wurf:
Für den Penalty-Wurf gelten die Regeln für Werfen,
insbesondere Regeln 5.3. und 5.6.. Dies bedeutet, dass
unter anderem
- der Vierte aufeinanderfolgende Wurf eines Spielers
bestraft wird;
- die 8-Sekundenregel zu beachten ist;
- ein vorzeitiger Wurf zum Ballverlust führt.
6.4.3.: Sanktionen:
6.4.3.b) Ein Penalty wegen
unsportlichen Verhaltens von Mannschaftsangehörigen wird immer als ein
zusätzlicher Penalty gezählt.
Teil II: Beispiele
In diesem Teil von Anhang V finden sich
Fallbeispiele.
Markus Schenker
Vorsitzender des Subkomitee Torball
Salzburg, im Januar 2002
Verantwortlich für die Erstellung dieser Regeln:
Dr. Max Ott - Mitglied im Subkomitee Torball |